Persönliche Daten im Internet löschen lassen: der komplette Fahrplan

Adresse im Telefonverzeichnis, das alte Xing-Profil, der Name in einer Vereins-PDF, Fotos auf einer Event-Seite: Über die Jahre sammelt sich ein digitaler Fußabdruck an, den niemand bewusst angelegt hat. Wer ihn loswerden will, hat zwei Möglichkeiten: selbst machen oder machen lassen. Dieser Ratgeber zeigt beide Wege, ehrlich und mit allen Kosten.

Schritt 1: Bestandsaufnahme, was überhaupt auffindbar ist

Bevor du löschst, musst du wissen, was existiert. Die Checkliste:

  • Suchmaschinen: Google und Bing mit deinem Namen in Anführungszeichen, kombiniert mit Stadt, Beruf, früheren Wohnorten und alten Nicknames.
  • Personenverzeichnisse: Das Telefonbuch, Das Örtliche, 11880 nach dir durchsuchen.
  • Bilder: Google-Bildersuche mit deinem Namen, plus Rückwärtssuche mit deinen häufig genutzten Fotos.
  • KI-Chatbots: Frag ChatGPT oder Perplexity "Was weißt du über [Name] aus [Stadt]?". Die Antworten zitieren oft Quellen, an die du nie gedacht hättest.
  • Alte Accounts: E-Mail-Postfach nach "Willkommen bei", "Registrierung" und "Verify" durchsuchen; das fördert vergessene Konten zutage.

Schritt 2: Eigene Accounts selbst löschen (kostenlos)

Alles, wo du dich einloggen kannst, ist der einfache Teil: Social-Media-Profile, Foren, Shops, alte Blogs. Löschen oder auf privat stellen, fertig. Zwei Hinweise:

  • Erst Daten exportieren, falls du Fotos oder Kontakte behalten willst.
  • "Deaktivieren" ist nicht "löschen". Such in den Kontoeinstellungen explizit nach der endgültigen Löschung; bei vielen Plattformen ist sie hinter der Deaktivierung versteckt.

Schritt 3: Verzeichnisse und Google (kostenlos, etwas Aufwand)

Telefon- und Adressverzeichnisse haben Opt-out-Prozesse, meist ein Formular oder eine E-Mail an den Support. Google bietet mit "Ergebnisse über dich" ein eigenes Tool für private Kontaktdaten und mit dem DSGVO-Auslistungsantrag einen Weg für alles andere.

Schritt 4: Fremde Webseiten per DSGVO-Anfrage (kostenlos, aber zäh)

Für Inhalte auf fremden Seiten (Blogs, Aggregatoren, Archive, Datenhändler) gibt dir Art. 17 DSGVO ein echtes Recht auf Löschung. So läuft es:

  1. Betreiber identifizieren (Impressum, WHOIS, Datenschutzerklärung).
  2. Löschanfrage senden: wer du bist, welche Daten auf welcher URL, Verweis auf Art. 17 DSGVO, Frist ein Monat.
  3. Frist notieren und nachfassen. Viele Betreiber reagieren erst auf die zweite Mail.
  4. Bei Verweigerung oder Schweigen: Beschwerde bei der Landesdatenschutzbehörde, parallel Auslistungsantrag bei Google.

Das funktioniert, ist aber Fleißarbeit: Bei einem typischen Fußabdruck von 20 bis 50 Fundstellen kommen schnell dutzende E-Mails, Fristen und Nachfassaktionen zusammen.

Option: löschen lassen, die Dienste im Vergleich

Ansatz Kosten Deckt ab
Selbst machen 0 €, viel Zeit Alles, was du findest und durchhältst
US-Dienste (Incogni, DeleteMe) ca. 70 bis 130 €/Jahr US-Datenhändler, kaum deutsche Quellen
Anwalt ab ca. 200 €/Fall Einzelne harte Fälle, Unterlassung
DatenLöschenLassen.de Scan kostenlos, Löschpaket 199 € einmalig Deutsche Quellen, Bildersuche, DSGVO-Anfragen inkl. Nachfassen

Der wichtigste Unterschied liegt selten im Anschreiben der ersten Anfrage, sondern im Dranbleiben: Fristen überwachen, erinnern, eskalieren. Genau daran scheitern die meisten Selbermacher nach den ersten zehn E-Mails.

Fazit

Eigene Accounts und die großen Verzeichnisse schaffst du an einem Wochenende selbst, und das lohnt sich immer. Für den langen Rest (fremde Seiten, Bilder, hartnäckige Betreiber) entscheidet dein Zeitbudget: Entweder du führst selbst Buch über dutzende Anfragen, oder du gibst es ab. Unser kostenloser Scan zeigt dir vorab, wie groß dein Fall überhaupt ist, danach kannst du immer noch entscheiden, welchen Weg du gehst.

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